Gesundheit ist in diesem Beruf Arbeitsgrundlage. Sie umfasst mehr als Infektionsschutz: Schlaf, Erholung zwischen Terminen und der Umgang mit Nähe, die beruflich hergestellt wird, gehören dazu.
Kondompflicht
§ 32 des Prostituiertenschutzgesetzes verpflichtet Kundinnen, Kunden und Prostituierte gleichermaßen dazu, dafür zu sorgen, dass beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet werden. Die Pflicht liegt ausdrücklich auf beiden Seiten. Verstöße auf Kundenseite können mit Bußgeldern bis 50.000 Euro geahndet werden.
Praktisch bedeutet das: eigene Kondome mitbringen, in ausreichender Zahl und in der passenden Größe. Wer sich auf Vorhandenes vor Ort verlässt, gerät regelmäßig in Situationen, in denen Nachgeben bequemer erscheint.
Das Gesetz verbietet ausdrücklich Werbung, die auf die Gelegenheit zum Geschlechtsverkehr ohne Kondom hinweist, auch in mittelbarer oder sprachlich verdeckter Form. Solche Formulierungen im Profil sind unzulässig.
Tests
Eine gesetzliche Testpflicht besteht in Deutschland nicht. Die gesundheitliche Beratung ist verpflichtend, eine Untersuchung ist es nicht. Portale und Agenturen setzen eigene Standards, im gehobenen Segment sind Tests alle drei Monate verbreitet.
| Test | Übliches Intervall | Wo |
|---|---|---|
| HIV | Alle drei bis sechs Monate | Gesundheitsamt, Aidshilfe, Hausarzt, Labor |
| Syphilis | Alle drei bis sechs Monate | Gesundheitsamt, Hausarzt |
| Gonorrhö und Chlamydien | Alle drei Monate, Abstrich je nach Praktik | Hausarzt, Urologie, Testambulanz |
| Hepatitis B und C | Nach Impfstatus, bei Bedarf | Hausarzt |
Viele Gesundheitsämter und Aidshilfen bieten anonyme und kostenlose oder günstige Tests an. Die Angebote unterscheiden sich von Stadt zu Stadt.
Impfungen
- Hepatitis B, empfohlen und in der Regel von der Krankenkasse getragen
- Hepatitis A, sinnvoll ergänzend
- HPV, je nach Alter und Krankenkasse
- Standardimpfungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission
PrEP
Die Präexpositionsprophylaxe ist eine medikamentöse Vorbeugung gegen eine HIV-Infektion. Sie ersetzt keinen Kondomschutz und schützt nicht vor anderen Infektionen, senkt aber das HIV-Risiko erheblich. Für Menschen mit erhöhtem Risiko übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Die Verordnung erfolgt über spezialisierte Praxen, begleitet von regelmäßigen Kontrollen.
Belastung und Erholung
Der unterschätzte Teil. Nähe auf Bestellung kostet Kraft, auch wenn der Termin angenehm verläuft. Wer ohne Pausen arbeitet, merkt die Erschöpfung erst, wenn sie sich auf die Termine auswirkt.
- Feste freie Tage, an denen keine Anfragen angenommen werden
- Eine Obergrenze an Terminen pro Woche, vorher festgelegt statt spontan entschieden
- Trennung von privater und beruflicher Nähe, auch räumlich
- Austausch mit anderen in derselben Tätigkeit, über Beratungsstellen oder Portale
- Beratung suchen, sobald Termine dauerhaft Widerwillen auslösen
Wo es Hilfe gibt
Fachberatungsstellen für Sexarbeit beraten kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Aidshilfen bieten Tests, Beratung und Begleitung. Gesundheitsämter führen die verpflichtende Beratung durch und informieren über Testangebote vor Ort. Alle drei Stellen beraten unabhängig vom Geschlecht.