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Verdienst und Tarife

Welche Stundensätze üblich sind, was davon übrig bleibt und warum der höchste Tarif selten den höchsten Verdienst bringt.

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Der Stundensatz ist die sichtbarste Zahl, aber nicht die aussagekräftigste. Was am Monatsende bleibt, hängt an der Zahl der Buchungen, an Fahrzeiten, an Abonnementkosten und an der Steuerlast. Wer 150 Euro je Stunde nimmt und zwei Termine im Monat hat, verdient weniger als jemand mit 90 Euro und acht Terminen.

Übliche Tarifstufen

StufeStundensatzWirkung auf die Nachfrage
Einstieg75 bis 90 EuroDie meisten Anfragen, häufig kürzere Termine, viel Wechsel
Mittelfeld100 bis 125 EuroAusgewogenes Verhältnis, die größte Gruppe der Profile
Gehoben150 Euro und mehrWeniger Anfragen, längere Termine, höhere Erwartung
High ClassAb etwa 200 EuroAgenturvermittelt, Auswahlverfahren, oft mehrstündig

Die Spanne im deutschsprachigen Raum reicht in der Praxis bis etwa 300 Euro pro Stunde. Über den gesamten Markt gerechnet liegt der Schwerpunkt zwischen 100 und 150 Euro.

Der Zusammenhang, den viele unterschätzen

Ein höherer Tarif senkt die Zahl der Anfragen fast immer. Ob der Gesamtverdienst steigt, entscheidet sich daran, wie stark der Rückgang ausfällt. Ein Wechsel von 100 auf 150 Euro rechnet sich erst, wenn nicht mehr als ein Drittel der Buchungen wegfällt.

Was neben dem Stundensatz zählt

  • Mindestbuchungsdauer. Eine Stunde Minimum ist verbreitet, zwei Stunden erhöhen den Ertrag je Termin deutlich.
  • Fahrtkostenerstattung. Wird vorher vereinbart, üblich sind Bahnticket, Kilometerpauschale oder Pauschalbetrag.
  • Übernachtung. Bei weiten Wegen oder späten Terminen Teil der Absprache.
  • Aufschläge für besondere Termine, etwa mehrtägige Begleitung oder Reisen.
  • Wiederbuchungen. Sie senken den Aufwand je Termin erheblich, weil die Vorabklärung entfällt.

Beispielrechnung für einen Monat

Ein Profil im Mittelfeld, sechs Buchungen à zwei Stunden zu 110 Euro. Die Zahlen sind gerundet und dienen der Größenordnung, nicht der Prognose.

PositionBetrag
Einnahmen aus sechs Terminen1.320 Euro
Erstattete Fahrtkosten180 Euro
Summe der Einnahmen1.500 Euro
Tatsächliche Fahrtkostenminus 180 Euro
Portalabonnementminus 70 Euro
Hygiene, Kleidung, Telefonminus 60 Euro
Gewinn vor Steuern1.190 Euro
Rücklage für Steuer und Versicherungminus 400 Euro
Verbleibtrund 790 Euro

Wie viele Buchungen realistisch sind

Es gibt keine belastbaren Durchschnittswerte, weil die Streuung enorm ist. Was Portale und aktive Profile übereinstimmend berichten: Die ersten acht bis zwölf Wochen bringen wenige bis keine Buchungen. Danach entwickelt sich die Zahl mit der Qualität des Profils, mit Bewertungen und mit Wiederbuchungen. Wer nach einem halben Jahr aufgibt, hört meist genau in dem Moment auf, in dem die Anfragen anziehen.

Faktoren mit dem größten Einfluss

Fotos
Der mit Abstand stärkste Hebel auf die Anfragezahl
Profiltext
Entscheidet, ob aus dem Klick eine Nachricht wird
Erreichbarkeit
Antwortzeit unter einer Stunde verdoppelt die Abschlussquote
Region
Ballungsräume bringen mehr Anfragen, ländliche Gebiete mehr Reiseaufwand
Tarif
Wirkt in beide Richtungen, siehe oben
Anlaufstellen

Zwei Portale mit Aufnahmeverfahren

Anders als offene Anzeigenmärkte nehmen diese beiden Portale nicht jeden auf. Das bedeutet weniger Konkurrenz im Profilbereich und ernsthaftere Anfragen.