48 Begriffe aus dem Umfeld der männlichen Begleitung, von den gesetzlichen Fachausdrücken bis zu den Kürzeln, die in Profilen und Anzeigen auftauchen.
A
Agentur
Vermittelnder Betrieb, der Kontakt, Beratung und Terminabsprache übernimmt und dafür eine Provision erhält. Agenturen dieser Art sind nach § 12 ProstSchG erlaubnispflichtig.
Aliasbescheinigung
Pseudonymisierte Bescheinigung nach § 5 Abs. 6 ProstSchG, die auf Wunsch zusätzlich zur Anmeldebescheinigung ausgestellt wird und den Arbeitsnamen trägt.
Anmeldebescheinigung
Dokument nach § 5 ProstSchG, das die erfolgte Anmeldung bestätigt. Es ist während der Tätigkeit mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen.
Anreisepauschale
Vorab vereinbarter Festbetrag für die Anfahrt, statt einer Abrechnung nach tatsächlichen Kosten.
Aufnahmegespräch
Gespräch von etwa 15 bis 20 Minuten, mit dem Portale mit Auswahlverfahren über die Aufnahme eines neuen Profils entscheiden.
B
Begleitservice
Angebot, das auf Begleitung zu Anlässen zielt, üblicherweise ohne sexuellen Anteil.
BFE
Boyfriend Experience. Termin mit ausgeprägt partnerschaftlichem Charakter, mit Gespräch, gemeinsamer Zeit und Nähe statt eines rein körperlichen Ablaufs.
Bi
Angabe im Profil, dass sowohl Frauen als auch Männer als Kundschaft angenommen werden.
Buchung
Verbindliche Vereinbarung über Datum, Uhrzeit, Dauer, Ort und Honorar.
C
Callboy
Männlicher Anbieter bezahlter Begleitung, meist mit Direktkontakt ohne vermittelnde Agentur.
D
Dinner Date
Buchung, die mit einem gemeinsamen Essen beginnt. Die Zeit im Restaurant zählt zur gebuchten Dauer, die Bewirtung wird üblicherweise von der buchenden Person getragen.
Diskretion
Zusicherung, dass Identität und Umstände einer Buchung nicht nach außen dringen. Praktisch umgesetzt über Alias, Barzahlung und getrennte Kontaktwege.
Düsseldorfer Verfahren
Vereinfachtes Steuerverfahren, bei dem Betriebe eine tägliche Vorauszahlung je tätiger Person an das Finanzamt abführen. Betrifft in erster Linie Betriebe.
E
Einnahmenüberschussrechnung
Vereinfachte Gewinnermittlung durch Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, verbreitet bei Selbständigen ohne Bilanzierungspflicht.
Escort
Begleitung gegen Bezahlung. Der Begriff betont den Begleitcharakter und wird von Agenturen im gehobenen Segment bevorzugt verwendet.
F
Fahrtkosten
Erstattung für die Anreise, üblicherweise Bahnticket, Kilometerpauschale oder Pauschalbetrag. Wird vor der Buchung vereinbart.
G
Gay Escort
Männliche Begleitung für männliche Kundschaft.
Gesundheitliche Beratung
Verpflichtendes Gespräch beim Gesundheitsamt vor der Anmeldung nach ProstSchG. Kostenlos, keine Untersuchungspflicht, Wiederholung mindestens jährlich, unter 21 Jahren halbjährlich.
Gewerbesteuerfreibetrag
Betrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag, bis zu dem für natürliche Personen keine Gewerbesteuer anfällt.
Gigolo
Ältere Bezeichnung für einen bezahlten männlichen Begleiter, ursprünglich aus dem Französischen für den bezahlten Tanzpartner.
H
Hausbesuch
Termin in der Wohnung der buchenden Person.
Hetero
Angabe im Profil, dass Frauen als Kundschaft angenommen werden.
High Class
Segment mit strenger Auswahl, Beratung durch eine Agentur und Tarifen ab etwa 200 Euro je Stunde.
Hotelbesuch
Termin im Hotelzimmer der buchenden Person. Die verbreitetste Form, weil neutral und diskret.
I
Incall
Termin in Räumen des Anbieters. Bei Callboys selten.
K
Kleinunternehmerregelung
Regelung nach § 19 UStG, bei der keine Umsatzsteuer ausgewiesen und abgeführt wird. Grenzen seit 2025: 25.000 Euro im Vorjahr, 100.000 Euro im laufenden Jahr. Im Jahr des Starts gilt die Grenze von 25.000 Euro.
Kondompflicht
Pflicht nach § 32 ProstSchG. Kundinnen, Kunden und Prostituierte haben dafür Sorge zu tragen, dass beim Geschlechtsverkehr Kondome verwendet werden.
M
Mindestbuchung
Kürzeste Dauer, für die ein Profil gebucht werden kann. Üblich sind eine oder zwei Stunden.
O
Outcall
Termin am Ort der buchenden Person, also Hotel oder Wohnung. Der Regelfall bei männlicher Begleitung.
Overnight
Buchung über eine ganze Nacht, üblicherweise als Pauschale statt nach Stundensatz.
P
PrEP
Präexpositionsprophylaxe. Medikamentöse Vorbeugung gegen eine HIV-Infektion, ersetzt keinen Kondomschutz und wirkt nicht gegen andere sexuell übertragbare Infektionen.
Profil
Öffentliche Darstellung mit Fotos, Beschreibung, Tarif, Einsatzgebiet und Kontaktwegen.
Prostitutionsgewerbe
Betrieb, der Räume oder Vermittlung für sexuelle Dienstleistungen bereitstellt. Erlaubnispflichtig nach § 12 ProstSchG.
ProstSchG
Prostituiertenschutzgesetz, in Kraft seit dem 1. Juli 2017. Regelt Anmeldung, gesundheitliche Beratung, Kondompflicht und Pflichten von Betreibern.
R
Reisebegleitung
Mehrtägige Buchung mit gemeinsamer Reise. Abgerechnet wird als Tages- oder Mehrtagespauschale.
S
Screening
Prüfung von Angaben und Fotos vor der Aufnahme eines Profils.
Sperrgebietsverordnung
Rechtsverordnung der Landesregierung oder einer von ihr ermächtigten Behörde, die Prostitution räumlich oder zeitlich einschränkt. Grundlage ist Artikel 297 EGStGB.
Stammkundschaft
Personen, die wiederholt bei demselben Profil buchen. Wirtschaftlich der wichtigste Teil des Geschäfts.
STI
Sexuell übertragbare Infektion. Der heute gebräuchliche Oberbegriff, früher STD.
T
Tarif
Vom Callboy selbst festgelegter Stundensatz. Im deutschsprachigen Raum zwischen 75 und 300 Euro, mit einem Schwerpunkt zwischen 100 und 150 Euro.
Trinkgeld
Freiwillige Zusatzzahlung. Nicht erwartet, aber auch nicht unüblich.
U
Umsatzsteuer
Steuer auf Entgelte, Regelsatz 19 Prozent. Entfällt bei Anwendung der Kleinunternehmerregelung.
V
Vermittlungsgebühr
Anteil, den eine Agentur je Buchung einbehält. Bei Portalen mit Abonnementmodell fällt sie nicht an.
Versatile
Angabe im Profil ohne feste Rollenpräferenz, verbreitet im Segment für männliche Kundschaft.
Vorabklärung
Austausch vor der Buchung über Rahmen, Wünsche und Grenzen. Der wichtigste Teil jeder Buchung.
Vorgespräch
Kurzes Telefonat oder Videotelefonat vor dem Termin, um Stimme und Auftreten kennenzulernen.
Z
Zufriedenheitsgarantie
Zusage einiger Portale, dass ein Termin bei Nichtgefallen beendet werden kann und die Restzeit nicht zu bezahlen ist.
Zweitnummer
Separate Telefonnummer ausschließlich für die Tätigkeit, zur Trennung von privater und beruflicher Kommunikation.