Ein Callboy ist ein Mann, der gegen Bezahlung Zeit, Begleitung und je nach Absprache auch Intimität anbietet. Er arbeitet selbständig, bestimmt Preise und Termine selbst und schließt für jeden einzelnen Termin eine eigene Vereinbarung mit der buchenden Person.
Der Begriff stammt aus dem Englischen und geht darauf zurück, dass jemand telefonisch gerufen wird, also auf Abruf arbeitet. Im deutschen Sprachgebrauch hat er sich als übliche Bezeichnung für männliche Begleitung durchgesetzt, neben Escort und dem älteren, heute eher literarischen Gigolo.
Kurzdefinition
- Tätigkeit
- Bezahlte Begleitung, je nach Absprache mit sexuellem Anteil
- Rechtsform
- Selbständig, keine Anstellung
- Kundschaft
- Frauen, Paare und Männer
- Rechtlicher Rahmen
- Prostituiertenschutzgesetz, sofern sexuelle Dienstleistungen erbracht werden
- Übliche Vermittlung
- Portale mit eigenem Profil oder Agenturen
Was ein Callboy tatsächlich tut
Der Anteil an Gespräch, Aufmerksamkeit und gemeinsamer Zeit ist deutlich größer, als das öffentliche Bild nahelegt. Eine zweistündige Buchung besteht regelmäßig zu einem erheblichen Teil aus Ankommen, Reden und einem Getränk. Ein Teil aller Termine bleibt vollständig ohne intimen Anteil, weil die buchende Person Begleitung sucht und nichts weiter.
- Begleitung zu Abendessen, Feiern und Veranstaltungen
- Gespräch und Aufmerksamkeit über einen vereinbarten Zeitraum
- Intimität, sofern vorher vereinbart und von beiden gewollt
- Begleitung auf Reisen, mehrtägig und mit eigener Absprache
Was ein Callboy nicht ist
Kein Angestellter, kein Beziehungsersatz und keine Person ohne Grenzen. Jede Anfrage kann abgelehnt werden, jeder Wunsch außerhalb der Absprache ebenfalls. Die Vorstellung, mit der Bezahlung sei jedes Verhalten abgedeckt, ist der häufigste Irrtum auf Kundenseite.
Wer ausschließlich Begleitung ohne sexuellen Anteil anbietet, fällt nicht unter das Prostituiertenschutzgesetz. Sobald sexuelle Dienstleistungen Teil des Angebots sind, greifen Anmeldepflicht, Beratungspflicht und Kondompflicht.
Wie viele Männer arbeiten so
Belastbare Zahlen für den männlichen Anteil an der Sexarbeit in Deutschland existieren nicht. Die Anmeldungen nach dem Prostituiertenschutzgesetz werden zwar statistisch erfasst, männliche Angemeldete bilden darin aber einen kleinen einstelligen Prozentanteil, und die Dunkelziffer nicht angemeldeter Tätigkeit ist unbekannt. Portale mit Aufnahmeverfahren führen im deutschsprachigen Raum jeweils Profile im zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich.
Woher der Begriff kommt
Gigolo ist der älteste der drei Begriffe und stammt aus dem Französischen, wo er ursprünglich den bezahlten Tanzpartner bezeichnete. Escort setzte sich im 20. Jahrhundert für Begleitagenturen durch. Callboy ist die jüngste Bezeichnung und betont die direkte Erreichbarkeit. Die drei Begriffe werden heute weitgehend synonym verwendet, unterscheiden sich aber im Beiklang. Mehr dazu unter Callboy, Escort oder Gigolo.
Häufige Fragen
Ist der Beruf in Deutschland legal?
Ja. Sexuelle Dienstleistungen zwischen Erwachsenen sind legal. Es gelten die Pflichten aus dem Prostituiertenschutzgesetz, insbesondere Anmeldung, gesundheitliche Beratung und Kondompflicht.
Buchen nur Frauen einen Callboy?
Nein. Frauen bilden die größte Gruppe, daneben buchen Paare und Männer. Profile geben ihre Ausrichtung an.
Gehört Sex immer dazu?
Nein. Ein Teil der Buchungen ist reine Begleitung, etwa zu Veranstaltungen oder zum Abendessen. Was Teil des Termins ist, wird vorher vereinbart.
Ist Callboy dasselbe wie Escort?
Die Begriffe überschneiden sich stark. Escort betont die Begleitung, Callboy den Direktkontakt. Eine trennscharfe Definition gibt es nicht.